Warum ich diesen Blog schreibe
Ich schreibe diesen Blog nicht, weil ich ein fertiges Vorbild bin.
Ganz im Gegenteil.
Ich schreibe ihn, weil ich an einem Punkt angekommen bin, an dem ich ehrlich sagen muss: So kann es nicht weitergehen.
Ich bin 1,76 Meter groß und wiege zum Start dieses Blogs rund 95,6 Kilogramm. Früher war ich sportlich, belastbar und deutlich fitter. Nach Covid, viel Arbeit, Alltag, Pendeln, Familie und einer gehörigen Portion Bequemlichkeit hat sich das verändert.
Ich habe stark zugenommen, meine Kondition ist schlechter geworden und ich merke es in Situationen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten: beim Schuhe binden, beim Laufen mit den Hunden, auf dem Hundeplatz oder einfach beim Blick in den Spiegel.
Das gefällt mir nicht.
Mehr noch: Es macht etwas mit mir.
Gleichzeitig sehe ich in meinem Umfeld immer mehr Menschen, die auf dem „Superhealthy“-Trip sind. Überall wird erzählt, was funktioniert, was man nehmen muss, welches Produkt angeblich alles verändert und wie viel Gewicht verloren wurde. Social Media ist voll davon. Alles sieht leicht, glänzend und erfolgreich aus.
Aber ich frage mich: Wie nachhaltig ist das wirklich?
Ich möchte einen anderen Weg zeigen.
Einen ehrlichen Weg.
Ohne Show. Ohne teure Programme. Ohne Wundermittel. Ohne Pulverversprechen und ohne perfekte Inszenierung.
Mein Ziel ist einfach und gleichzeitig schwer:
Ich möchte zeigen, dass man mit einfachen Mitteln nachhaltig Gewicht verlieren, fitter werden und wieder mehr Freude am eigenen Körper bekommen kann.
Mit einer Kettlebell.
Mit Eigengewichtsübungen.
Mit Spaziergängen.
Mit gesunder Ernährung.
Mit kleinen Routinen.
Mit Rückschlägen.
Mit Disziplin.
Und vor allem mit Kontinuität.
Genau das ist meine größte Schwäche: Dinge wirklich dauerhaft durchzuziehen.
Mit dem Rauchen aufzuhören, fiel mir damals erstaunlich leicht. Mit Kaffee aufzuhören, war dagegen extrem schwer. Das hat mir gezeigt, dass nicht jede Veränderung nach denselben Regeln funktioniert und dass Wille allein nicht immer ausreicht.
Jetzt kommt der nächste große Schritt: Ich möchte meinen inneren Schweinehund nicht mit einem motivierenden Spruch zum Schweigen bringen. Ich möchte lernen, mit ihm umzugehen – auch dann, wenn der Alltag anstrengend ist, die Motivation fehlt oder eine Woche nicht so läuft wie geplant.
Meine Rahmenbedingungen sind nicht perfekt.
Ich habe drei Kinder, zwei Hunde, einen anspruchsvollen Job in Frankfurt und wohne im Odenwald. Wenn ich ins Büro fahre, bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Tür zu Tür ungefähr eine Stunde und vierzig Minuten unterwegs – pro Strecke. An solchen Tagen bin ich schnell zwölf bis dreizehn Stunden außer Haus.
Und trotzdem muss es gehen.
Nicht, weil ich plötzlich perfekt leben möchte.
Sondern weil ich gesund bleiben will. Weil ich meine Kinder erleben möchte. Weil ich Qyu und Onni aktiv begleiten will. Weil ich später nicht nur Zeit und Geld haben möchte, sondern auch den Körper und die Ausdauer, um mein Leben wirklich genießen zu können.
Auch das Hundetraining gehört deshalb zu diesem Blog. Nicht, weil es das Zentrum meiner Gesundheit ist, sondern weil mir dort dieselben Themen begegnen: Beobachtung, Konsequenz, Timing, Geduld, Fehler und schrittweiser Aufbau.
Mit Qyu beginnen wir nicht bei null. Wir stecken bereits mitten in einem laufenden Aufbau und in der Vorbereitung auf die Begleithundeprüfung. Deshalb wird seine Geschichte nicht nachträglich glatt erzählt. Ich möchte ehrlich beim aktuellen Stand einsteigen.
Mit Onni soll später ein neuer Aufbau von Anfang an dokumentiert werden: mit Ausgangslage, Zielen, Trainingsschritten, Fehlern, Rückschlägen und Anpassungen.
Hund, Körper und Kopf sind für mich keine getrennten Welten.
Mein Körper zeigt mir, was sich verändert.
Mein Kopf entscheidet, ob ich weitermache.
Und meine Hunde zeigen mir jeden Tag, wie wichtig Klarheit, Beobachtung und Konsequenz sind.
Dieser Blog ist mein Versuch, wieder Verantwortung zu übernehmen.
Für meine Gesundheit – und damit für meinen Körper, meinen Kopf, meine Familie und das Leben mit meinen Hunden.
Ich weiß heute noch nicht, wie erfolgreich dieser Weg sein wird.
Genau deshalb schreibe ich darüber.
Willkommen bei Hund. Körper. Kopf.